Das IMC WIKI ist umgezogen...

... zur OREC-Library. Um zur OREC-Library zu gelangen klicken sie auf den folgenden Link:


OREC-Library
Abb. 1
Only for registered users
Abb. 2
Only for registered users
Abb. 3
Only for registered users
Abb. 4
Only for registered users
Abb. 5
Only for registered users
Abb. 6
Only for registered users
Abb. 7
Only for registered users
Abb. 8
Only for registered users

| IMC Wiki | Frakturen der Zahnkrone

Frakturen der Zahnkrone

  • Start
  • Suche
  • von A bis Z
  • Kategorien

<< zurück



Verletzungen der Zahnkrone

Zahn 11 mit Schmelzabsplitterung und Extrusion, Zahn 21 mit Schmelz-Dentin-Fraktur
#pic#
  1. Kroneninfraktur
    #pic#
  2. unkomplizierte Kronenfraktur/Schmelz-Dentin-Frakturen ohne Eröffnung der Pulpa
    #pic#
  3. komplizierte Kronenfraktur/Schmelz-Dentin-Frakturen mit Eröffnung der Pulpa
    #pic#
ANZEIGE:
Logo IMC Uni Essen Duisburg
in Kooperation mit
Logo MVZ Kopfzentrum
Zahnimplantate,
Parodontosebehandlungen,
Aesthetische Zahnbehandlungen
zu sehr guten Konditionen
In der Praxis für Zahnmedizin im EKN Duisburg
Weitere Informationen unter www.mvz-kopfzentrum.de

Kronenfrakturen

Bei Zähnen mit Eröffnung der Pulpa sollte immer eine definitive Füllung erfolgen, nie eine provisorische Versorgung!

  Unkomplizierte Kronenfrakturen Komplizierte Kronenfrakturen
Klinisch-radiologische Beurteilung und Befunde
  • Anfertigung eines Röntgenbildes (orthoradiale Projektion)
  • Auswertung der Größe der Pulpenkammer und Stadium der Wurzelentwicklung
  • Sensibilitätstest
Wie bei den unkomplizierten Kronenfrakturen
Therapie
  • Fragen Sie nach dem Kronensegment!
  • Weichgewebseinrisse müssen auf Zahnfragmente oder andere Fremdkörper kontrolliert werden.
  • Ein vorhandenes Kronensegment wird mittels Adhäsivtechnik befestigt.
  • Versorgung der Dentinwunde provisorisch mit einem Glas-Ionomer-Zement oder definitiv mit einem Komposit
  • In Pulpanähe ist eine Versorgung mit Calciumhydroxid angezeigt.
  • Kleine Schmelzdefekte glätten und fluoridieren.
  • im unreifen Zahn: Direkte Überkappung oder partielle Pulpotomie
  • bakteriendichter Verschluss
  • im ausgereiften Zahn:
    entweder wie beim unreifen Zahn oder Pulpektomie

Schmelz-Dentin-Frakturen ohne Eröffnung der Pulpa

unkomplzierte Kronenfrakturen
#pic#
Rekonstruktion des Zahnes mit Komposit
#pic#
  • kleine Schmelzdefekte glätten und fluoridieren
  • Dentinwunde versorgen
  • Rekonstruktion des Zahnes mit Komposit
  • oder Befestigung des Kronenfragments mittels Adhäsivtechnik

Schmelz-Dentin-Frakturen mit Eröffnung der Pulpa

Komplizierte Kronenfrakturen
#pic#
Rekonstruktion der Zähne mit Komposit
#pic#

Kriterien zur Behandlungswahl nach Eröffnung der Pulpa

  • Vitalität des Zahnes
  • Dauer der Pulpafreilegung
    Wenn die Eröffnungsstelle breitflächig ist und der Zeitpunkt des Unfalls länger als zwei Stunden zurückliegt, ist die Pulpa oft infiziert. Ein Zeichen dafür ist eine dunkelrote, schwer stillbare Blutung. Es muss bedacht werden, dass das Wurzelwachstum bei devitaler Pulpa nicht fortgesetzt wird. Eine definitive endodontische Versorgung kann aber nur bei Vorhandensein eines apikalen Stopps ausgeführt werden.
  • Möglichkeit einer randdichten Füllung
  • Stadium des Wurzelwachstums
  • zusätzliche Verletzungen des Zahnes
  • Patientenalter
    Die Heilungstendenz der Pulpa und damit die Ausbildung einer Hartsubstanzbrücke ist umso größer, je weiter das Foramen apicale noch offen ist und je besser dadurch die Versorgung der Pulpa erfolgen kann.

Direkte Überkappung

Grundvoraussetzung für die direkte Überkappung ist ein vitales und regenerationsfähiges Pulpagewebe.
Ob es sich bei eröffneter Pulpa um ein gesundes Pulpagewebe handelt, lässt sich u. a. anhand der Blutung beurteilen:
Bei einer gesunden Pulpa kommt die Pulpablutung von allein oder durch vorsichtige Blutstillung zum Stillstand. Bei einer entzündeten Pulpa resultiert eine profuse Blutung, die sich nur schlecht bis gar nicht stoppen lässt.

Röntgenologisch dürfen sich keine Veränderungen am Apex des betroffenen Zahnes im Vergleich z. B. zum kontralateralen Zahn zeigen.

Eine Paro-Endo-Läsion des Zahnes muss ausgeschlossen werden.

Die Größe der Eröffnung der Pulpa hat nach dem heutigen Wissensstand keinen Einfluss auf den Erfolg.
Das Vorkommen bzw. das Fehlen von Mikroorganismen ist der bestimmende Faktor bei der Heilung von exponiertem Pulpagewebe (Kakehashi 1965).
In der Schlussfolge für die Praxis bedeutet dies:
  • Arbeiten unter keimarmen Bedingungen
  • Kofferdam ab Behandlung im pulpanahen Dentindrittel bzw. bei eröffneter Pulpa
  • effiziente Blutstillung
  • desinfizierende Kavitätentoilette (z. B. mit Natriumhypochlorit 5%)
  • antibakteriell wirksamer Wundverband
  • und bakteriendichte Deckfüllung
    Bei der direkten Überkappung muss in der gleichen Sitzung eine definitive Füllung gelegt werden. Provisorien sind nicht ausreichend dicht und können daher ein Vordringen von Bakterien zur Pulpa nicht verhindern.
Vorgehen
  • absolute Trockenlegung mittels Kofferdam, falls möglich
  • Reinigung mit physiologischer Kochsalzlösung
  • vorsichtige Trocknung mit sterilem Wattepellet
  • Blutstillung
    Die Blutstillung ist von besonderer Wichtigkeit, da Kalziumhydroxid in direkten Kontakt mit dem Pulpagewebe kommen muss, d. h. ohne Bildung eines Blutkoagulums. Das Blutkoagulum schränkt die Bildung von Tertiärdentin und damit die Pulpaheilung ein, es ist ein Nährboden für pathogene Keime, außerdem werden durch das Blutkoagulum chemotaktisch wirksame Entzündungsmediatoren in das Pulpagewebe freigesetzt und daraus resultiert ein chronischer Entzündungszustand der Pulpa und keine Heilung.
    Zur Blutstillung können eingesetzt werden: sterile Wattepellets,
    Wasserstoffperoxid (3%),
    Natriumhypochlorit (2,5-5%),
    Calciumhydroxid (nur als temporäre Einlage gedacht, da sich diese mit Blut und Serum durchsetzt; vor dem endgültigen Verschluss wird noch einmal eine frisch in situ verbleibende Suspension empfohlen, Folwaczny et al. 1998).
  • Abdeckung der Pulpawunde mit Calciumhydroxid
    (Calciumhydroxid-Suspension ist dem Calciumhydroxid-Zement bei der direkten Überkappung vorzuziehen)
  • dichte Unterfüllung (druckarm gelegt)
  • dichte Kompositfüllung
    Nach Maguire et al. (2000) verdoppelt sich die durchschnittliche Überlebenszeit bei jungen permanenten Zähnen durch den Gebrauch von Komposit als dichtes Füllungsmaterial. Glasionomerzement erfüllt diese Forderung nicht.
Mineral Trioxide Aggregate (MTA)

Relativ neu auf dem Markt ist Mineral Trioxide Aggregate (MTA). MTA hat eine Fülle von Indikationen innerhalb der Endodontie. Es reicht von der direkten Überkappung über die Pulpotomie, der Deckung von Perforationen, der Furkation und Perforation im Wurzelkanal, ebenso zur retrograden Wurzelfüllung, Füllung von internen Resorptionen und für die Apexifikation.
MTA besteht aus einem Zementpulver, das mit Wasser eingemischt wird und dann zu einem kolloidalen Gel reagiert. Bei der Aushärtungsreaktion wird Calciumhydroxid freigesetzt. Dabei wird ein pH-Wert von 12,5 erreicht und eine Endhärte nach etwa vier Stunden.
Bekanntester Vertreter ist hier das ProRoot MTA der Firma Dentsply DeTrey. ProRoot MTA besteht zu ca. 75 Gewichtsprozenten aus Portlandzement, allerdings mit einem reduzierten Gipsanteil.
Portlandzemente sind herkömmliche Zemente, die in jedem Baumarkt erhältlich sind.
Gips wird den Portlandzementen zugesetzt, um die Abbindereaktion zu verlangsamen. Da man bei der zahnärztlichen Anwendung aber schneller eine Aushärtung erreichen möchte, beträgt der Gipsanteil in ProRoot MTA nur etwa 5 Gew%. 20 Gew% machen das Röntgenkontrastmittel Bismutoxid aus, das dem Portlandzement zugesetzt wird. Die Teilchengröße in ProRoot MTA ist im Vergleich zu herkömmlichen Portlandzement geringer und von unerwünschten Nebenbestandteilen gereinigt.
Bisherige experimentelle Untersuchungen zeigen für ProRoot MTA vergleichbare oder sogar bessere Ergebnisse als Calciumhydroxid. Dies ist bedingt dadurch, dass mit MTA ein bakteriendichter Verschluss möglich ist. Es besitzt eine höhere mechanische Stabilität als Calciumhydroxid, außerdem wird es nicht resorbiert und zeigt eine bessere Haftung am Dentin und somit auch einen dichteren, längeren Langzeitschutz als Calciumhydroxidpräparate. Nachteil sind die immer noch fehlenden Langzeitstudien.
Neuerdings ist auf dem deutschen Markt MTA von der Firma Angelus erhältlich. Die erforderliche Menge an Angelus MTA kann bei diesem Produkt individuell dosiert werden, eine enorme Kostenersparnis gegenüber ProRoot MTA.

Partielle Amputation (Partielle Pulpotomie)

Def.: teilweises Entfernen der Kronenpulpa (ca. 2 mm tief) unter Belassung gesunder und heilungsfähiger koronaler Pulpaabschnitte.

Bei wurzelunreifen Zähnen mit devitaler Pulpa kann das Wurzelwachstum nicht fortgesetzt werden. Eine definitive endodontische Versorgung kann aber nur bei Vorhandensein eines apikalen Stopps ausgeführt werden.
Ein wichtiges Ziel ist es also, einen Teil der Wurzelpulpa am Leben zu erhalten. Ist eine direkte Überkappung nicht möglich, kann als Nächstes die partielle Pulpotomie versucht werden.

Man geht davon aus, dass die Mikroorganismen bei Speichelkontamination der Pulpa innerhalb von zwei Stunden nicht weiter als bis zu 2 mm in das Pulpencavum vordringen. Entscheidend ist immer die Art der Blutung an der Amputationsstelle.

Indikationen

  • jugendlicher Zahn mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum, vor allem nach Trauma
    Voraussetzung ist, dass sich die Blutung aus dem Pulpagewebe zum Stehen bringen lässt. Bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum soll eine Fortsetzung des Wurzelkanallängenwachstums (Apexogenese) gewährleistet werden.
  • Eine eingeschränkte Indikation besteht bei Pulpaeröffnung nach abgeschlossenem Wurzelwachstum.
    Ziel ist die Entfernung von Pulpaarealen, die mit Mikroorganismen besiedelt und irreversibel entzündet sind.
  • wenn ohne partielle Pulpotomie kein randdichter Verschluss möglich ist.

Vorgehen

  • Kavitätentoilette mit H2O2 (3%), NaOCl (5%) oder Chlorhexidin (2%).
  • Entfernen des Pulpagewebes mit einer sterilen Diamantkugel unter permanenter Kühlung mit steriler Kochsalzlösung.
    Rosenbohrer oder Handexkavatoren haben sich für die Amputation nicht bewährt, da Rosenbohrer zur Torsion und Handexkavatoren zur Quetschung des Pulpagewebes führen, was schlechtere Heilungschancen zur Folge hat.
  • Nach Abtragen des Pulpagewebes erfolgt eine Blutstillung, ggf. ausschließlich mit einem sterilen Wattepellet.
  • vorsichtiges Platzieren des Calciumhydroxid und Entfernen von Wasserüberschüssen durch Andrücken der Calciumhydroxidsuspension mit einem sterilen Wattepellet
  • Überschichtung mit einem Calciumhydroxid-Salizylatester
  • Als Unterfüllung empfiehlt sich Phosphatzement oder Glasionomerzement.
  • Wichtig ist auch hier, ebenso wie bei der direkten Überkappung, die sofortige definitive Versorgung der Kavität mit einer bakteriendichten Füllung. Untersuchungen haben ergeben, dass provisorische Verschlüsse zu einem signifikant schlechteren Heilungserfolg führen.

Zervikale und hohe Amputation bzw. Pulpotomie

Weitere Möglichkeiten zur Vitalerhaltung der Pulpa wären die zervikale (Entfernung der gesamten Kronenpulpa) und die hohe Amputation (Entfernung der Kronenpulpa und eines Teiles der Wurzelpulpa). Je mehr vitale Pulpa zurückbleibt, desto eher ist mit einem Fortsetzen des Wurzelwachstums zu rechnen. Das weitere Vorgehen gleicht dem der partiellen Amputation.

Versorgung der Pulpawunde - Übersicht

Stadium der Wurzelentwicklung Zustand der Wundfläche Expositionszeit Maßnahme Prognose nach verschiedenen Autoren, zusammengefasst bei Andreasen (1981)
Apex offen oder
Apex geschlossen
klein oder groß,
frisch blutend
unter 4 Stunden direkte Überkappung Hartsubstanzbrücke (71-88%)
Apex offen oder
junge Zähne mit fertiger Wurzel
klein oder groß,
gut vaskularisiert (nicht nekrotisch)
eher proliferativ
bis ca. 30 h "Anfrischen" bis ca. 2 mm unter Wundfläche, Überkappung Hartsubstanzbrücke (96%)
Apex offen nekrotisch einige Tage bis Wochen Pulpotomie
(Verlegen der Wundfläche in reaktionsfähiges Gebiet)
Hartsubstanzbrücke (72%)
junge Zähne mit fertiger Wurzel nekrotisch einige Tage bis Wochen partielle Pulpektomie
(bis 1-2 mm vor Apex)
Hartsubstanzbrücke (90%)

(nach Gnoinski 1994)


Quellen

  • Folwaczny M, Mehl A, Haffner C, Hickel R (1998)   Möglichkeiten und Perspektiven bei der direkten Überkappung der Pulpa   Dtsch Zahnärztl Z 53: 307-21
  • Gnoinski HM (1994)   Orale Traumata   In: Stöckli PW, Ben-Zur ED (Hrsg) Zahnmedizin bei Kindern und Jugendlichen. Thieme, Stuttgart New York, S238
  • Kakehashi S, Stanley HR, Fitzgerald RJ (1965)   The effects of surgigal exposures of dental pulps in germ-free and conventional laboratory rats   Oral Surg Oral Med Oral Pathol 20:340-9
  • Maguire A, Murray JJ, al-Majed I (2000)   A retrospective study of treatment provided in the primary and secondary care services for children attending a dental hospital following complicated crown fracture in the permanent dentiti