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| IMC Wiki | Pseudozysten des Kiefers

Pseudozysten des Kiefers

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Einleitung

Pseudozysten der Kiefer sind Hohlräume des Knochens, bei denen die Epithelauskleidung fehlt. Sie sind aufgrund ihrer klinischen und radiologischen Symptomatik den Zysten zuzuordnen und gehören gleichzeitig zur Gruppe der nicht-neoplastischen Knochenläsionen.

Drei intraossäre Formen sind zu benennen:
solitäre,
aneurysmatische und
latente Pseudozysten.
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Solitäre Knochenzyste

einkammeriger, mit Luft oder Flüssigkeit gefüllter Hohlraum, vor allem im Unterkieferast, ohne Epithelauskleidung
Solitäre Knochenzysten sind im Kiefer äußerst selten.

Ätiologie

Die Ätiologie ist unklar; folgende Hypothesen werden diskutiert:
  • Zustand nach traumatischer intramedullärer Blutung mit Resorptionsstörung des Hämatoms
  • chronische Zirkulationsstörung des Knochens mit ischämischer Nekrose
  • lokale Wachstumsstörung
  • Ausheilungsstadium eines gutartigen Riesenzelltumors

Klinische und radiologische Symptome

  • klinisch häufig als Zufallsbefund, vorzugsweise bei Jugendlichen und Kindern
  • selten Schwellung, Schmerzen und Überempfindlichkeit von Zähnen
  • gelegentlich Sensibilitätsausfälle im Ausbreitungsgebiet des N. mentalis, der N. alveolaris inferior kann auch die Knochenhöhle frei durchqueren
  • Wachstum sehr langsam, Spontanheilung kommt vor
  • Zähne vital!
Radiologisch: meist scharf begrenzter, einkammeriger Hohlraum, der häufig einen Teil der Wurzelspitzen einschließt

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Differentialdiagnose

  • aneurysmatische Knochenzyste
  • keratozystischer odontogener Tumor
  • Ameloblastom

Therapie und Prognose

  • abhängig von Größe und Lokalisation der Höhle
  • sorgfältige Kürettage des möglicherweise vorhandenen Gewebes und evtl. Auffüllung mit Kollagen, ggf. autologer Knochen
  • benigner Pseudotumor; keine Rezidive

Aneurysmatische Knochenzyste

Sie tritt als gutartige Veränderung vor allem in den Metaphysen langer Röhrenknochen auf und ist im Bereich des Kiefers sehr selten.
Die aneurysmatische Knochenzyste ist eine grundsätzlich gutartige Knochenläsion, die allerdings bei später Diagnosestellung zu ausgedehnten Knochendestruktionen führen kann.
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Ätiologie

Die Ätiologie ist umstritten, folgende Theorien werden diskutiert:
  • lokale Kreislaufstörung mit Erhöhung des venösen Druckes und Erweiterung des vaskulären Raumes
  • Gefäßentwicklungsstörung (arteriovenöses Aneurysma) mit nachfolgender Knochenzerstörung
  • Trauma des Knochens mit resorptivem Granulom
  • überschießender reparativer Vorgang
  • hämangiomatöse Umwandlung eines ossifizierenden Knochenfibroms
  • Sonderform eines Riesenzelltumors

Klinische und radiologische Symptome

  • vor allem in der Molarenregion des Unterkiefers
  • Wachstumsdynamik sehr variabel, die Zyste kann über lange Zeit ein symptomloses und damit häufig unbemerktes Wachstum zeigen, aber auch einen Verlauf mit deutlicher Symptomatik bei derber, sich rasch vergrößernder Schwellung und Schmerzen
  • Rezidivrate bis zu 40 Prozent
Radiologisch: uncharakteristisch
Ein- oder mehrkammerige, oft wie Seifenblasen aussehende, zystische Gebilde mit meist scharfer Begrenzung. Bei schnellem Wachstum kann die knöcherne Begrenzung fehlen, Eindruck eines bösartigen Tumors.
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Differentialdiagnosen

  • odontogene Zyste
  • Hämangiom
  • Riesenzellgranulom
  • eosinophiles Granulom
  • Myxom
  • Ameloblastom
  • Metastase

Therapie und Prognose

Exkochleation
Ein intensives Recall über viele Jahre hinweg ist aufgrund möglicher Rezidive erforderlich.

Latente Knochenhöhle des Unterkiefers

Synonym: Stafne-Zyste, statische Knochenhöhle des Unterkiefers

Eine vor dem Kieferwinkel gelegene linguale Eindellung der Unterkieferkortikalis.
Erstmals von Stafne beschrieben und in der WHO-Klassifikation nicht aufgeführt.

Ätiologie

Ätiologie unklar
  • vermutlich Druckatrophie der Knochenoberfläche durch einen auf den Unterkiefer drückenden dorsalen Lappen der Glandula submandibularis
  • evtl. auch durch funktionell bedingte Umbauvorgänge im Knochen hervorgerufene Eindellung

Klinische und radiologische Symptome

  • keine klinischen Symptome; Zufallsbefund
  • einzelne, 1-3 cm durchmessende rundlich-ovale, scharf begrenzte Aufhellung am Unterrand des Corpus mandibulae
  • klassischerweise vor dem Kieferwinkel unterhalb des Mandibularkanals
  • zeigen keine Wachstumstendenz
  • fast immer nur einseitiges Vorkommen
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Differentialdiagnose

  • zentrale Kiefertumoren (z. B. eosinophiles Granulom)
  • Speicheldrüsenadenom

Therapie

Radiologische Verlaufsbeobachtung nach zwei Monaten, einem halben und einem Jahr, Überprüfung einer Befundänderung. Tritt keine Veränderung ein, so ist eine Therapie nicht erforderlich.
Operative Revision nur in Einzelfällen aus differenzialdiagnostischen Erwägungen.


Quellen

  • Bánkfalvi A, Piffkó J, Joos U (2006), Klinische Oralpathologie, Verlag MIB Gmbh, Münster